Werkstattgespräch zum KiBiz im Landtag

Werkstattgespräch „Das KiBiz gemeinsam neu gestalten“

im Düsseldorfer Landtag am 02. Juli 2018

Ein Bericht von Isabel Rodriguez Ortega für den ver.di Bezirk Ruhr-West

Die Landtagsfraktionen der CDU und FDP luden Trägervertreter, KiTa- Leitungen, Anbieter von Tagespflege, Gewerkschaften und Elternvertreter zum offenen, konstruktiven Dialog in den Landtag nach Düsseldorf.   Praktiker*innen sollten konstruktive Anregungen für die Ausgestaltung eines neuen KiBiz geben.

Die Einladung traf auf großes Interesse, ca. 400 Akteur*innen aus der Praxis wollten die Gelegenheit nutzen, Kritik und Anregungen zum KiBiz direkt bei den Verantwortlichen anzubringen.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurden Themenschwerpunkte für diese KiBiz-Revision deutlich:

  • Chancengleichheit durch herkunftsunabhängige Bildungszugänge sichern
  • Unterstützende und ergänzende Erziehungspartnerschaft mit Eltern
  • Trägervielfalt erhalten
  • Tagespflege weiterentwickeln
  • Ausbildungsvergütung verbessern, um den Beruf attraktiver zu machen
  • Flexiblere Öffnungszeiten

Dr. Joachim Stamp, Minister für Kinder, Familien, Flüchtlinge und Integration, machte deutlich, dass er mit der KiBiz-Revision eine dauerhaft auskömmliche Finanzierung einrichten möchte, damit für die Träger Planungssicherheit hergestellt wird.

Hierfür möchte er an der pauschalierten Finanzierung festhalten und diese evtl. durch einen Basisbeitrag pro Gruppe ergänzen.

Den Zeitplan für die Überarbeitung des KiBiz stellte er folgendermaßen dar:

  • Kitajahr 2019/2020 Finanzierung in der Übergangsphase sichern
  • Januar 2019 KiBiz-Entwurf wird dem Landtag vorgelegt
  • Sommer 2019 KiBiz-Überarbeitung vom Landtag bestätigt
  • Kitajahr 2020/2021 Umsetzung des neuen KiBiz

Der Minister stellte dann einen neugegründeten KiBiz-Beirat als beratendes Gremium für die Überarbeitung des KiBiz vor. Dieser setzt sich aus Vertreter*innen von Eltern, Trägern, Kirchen, Landesjugendamt, Wissenschaft und Gewerkschaften zusammen.

Des Weiteren hob Minister Stamp die Sprachförderung als zentralen Bildungsauftrag der Kitas hervor. Engagiert formulierte er sein Ziel: Jedes Kind soll vom 1. Schultag an dem Unterricht folgen können!

Er sprach mit viel Anerkennung von der erfolgreichen Umsetzung des Konzepts der „alltagsintegrierten Sprachförderung“ in vielen KiTas und möchte im KiBiz Verbindlichkeiten hierzu festlegen. Über angemessene Formen der Dokumentation dieser Sprachförderung in den KiTas würde nachgedacht.

Es folgte eine rege Diskussion. Viele Besucher*innen der Veranstaltung hatten konkrete Fragen, Anregungen, Wünsche und/oder berichteten aus dem Arbeitsalltag in der KiTa/Kindertagespflege.

Zusammenfassung der diskutierten Themen: 

Vereinheitlichung der Elternbeiträge

würde die Verhandlungen zu sehr verkomplizieren, daher den Zeitplan sprengen und eine Umsetzung des KiBiz 2020 gefährden.

Veränderungen in der Erzieher*innenausbildung und bei der Weiterbildung von Tagespflegekräften

Der Beruf der/s Erzieherin/s soll attraktiver werden z.B. durch eine duale Ausbildung mit Ausbildungsvergütung.

Da auch (Hochschul-)Lehrer*innen für die Erzieherausbildung fehlen, soll an einer Universität in NRW ein weiterer Studiengang eingerichtet werden.

Fachberatungen fehlen

Flexiblere Öffnungszeiten

sollen durch das Buchen von Stunden in den Randzeiten von 16:30 bis 18 Uhr ermöglicht werden.

Veränderung der Leitungsaufgaben in KiTas

muss im neuen KiBiz berücksichtigt werden.

Die Zeit reichte nicht für alle Wortmeldungen. Herr Minister Stamp forderte alle Teilnehmer*innen auf, ihre Bedenken, Wünsche und Vorschläge zur KiBiz- Überarbeitung per Post oder Mail an ihn und den KiBiz-Beirat weiterzuleiten.

Das ver.di Kita Forum:

In unserem ver.di Kita Forum am 4.9.2018 haben wir diesen Bericht zur Kenntnis genommen und begonnen, eigene Vorschläge für ein neues Gesetz zu entwickeln, z.B.:

  • Praxisintegrierte Ausbildung für Erzieher*innen als Standard
  • Freistellungsanspruch für Leiter*innen und Stellvertreter*innen in Familienzentren
  • Dauerhaft mehr Personal für Inklusion, Sprachförderung und sogen. Brennpunktkitas (bisher Projekte)

Wir wollen uns an alle Erzieher*innen in unserem ver.di Bezirk Ruhr-West wenden und sie auffordern, uns eigene weitere Vorschläge mitzuteilen.

Eine Zusammenfassung dieser Vorschläge wollen wir im nächsten Kita Forum am 4.12.2018 (Zusatztermin) erstellen.

Wir werden dann noch vor einem Gesetzentwurf Herrn Minister Stamp all unsere Überlegungen zukommen lassen.

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