… und wer schützt die Erzieher*innen?

Anders als bei dem Lockdown im Frühjahr 2020 können derzeit alle Kinder in die Schule kommen, ganz gleich ob die Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten oder nicht, die Kitas sind aktuell sogar komplett geöffnet und lediglich die Stundenanzahl der gebuchten Betreuung wurde reduziert.

WARUM? Schulen werden geschlossen, bzw. es findet Distanzunterricht statt, um die Lehrer*innen zu schützen, aber wer schützt die Erzieher*innen, die vorrangig den Notdienst im Offenen Ganztag in den Grundschulen leisten? Warum müssen die Eltern nicht nachweisen, dass eine Notbetreuung erforderlich ist – wie im Frühjahr?

Klare Regelungen gibt es leider nicht, Entscheidungen werden gar nicht oder nur sehr kurzfristig getroffen und die Kolleg/innen vor Ort sollen dies alles ausbaden bzw. regeln.

Die Erzieher*innen sollen die Kinder schützen, aber wer schützt die Erzieher*innen?

Wir haben uns in der Gewerkschaft ver.di mit der Situation befasst und fordern:

  • die sofortige Schließung der Kitas und OGS in Essen und lediglich eine Notbetreuung auf Nachweis
  • vorrangige Impfung des Kita- und Schulpersonals
  • besondere Beachtung der Risikogruppen (auch wie im Frühjahr)
  • mind. drei Schnelltests pro Woche
  • ausreichend FFP2 Masken
  • dass sich die Verantwortlichen in dieser Stadt für diese Forderungen auch gegenüber der Landesregierung einsetzen!

Der öffentliche Dienst muss in dieser Pandemie mit gutem Beispiel vorangehen und endlich Entscheidungen darüber treffen, was in dieser Ausnahmesituation wirklich an Dienstleistungen notwendig ist.