Studie zur Situation in Jugendämtern

vor ein paar Tagen haben wir über die neue Studie der „Deutschen Kinderhilfe“ zur Situation in den Jugendämtern berichtet

Dazu heute ein Nachtrag vom Kollegen Alexander Wegener,  ver.di-Bundesfachgruppenleiter Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe:

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

heute wurde in Berlin von der Deutsche Kinderhilfe e.V. eine Studie zur Situation im ASD vorgestellt.

Bedingungen, die wir seit langem beklagen werden darin belegt und problematisiert.

Besonders erfreulich: Die Problematik der Budgetierung wird hier deutlich benannt wenn es heißt:

Dabei ist eine Budgetierung für Jugendämter äußerst problematisch, da sowohl Hilfebedarfe als auch Gefährdungslagen und die damit verbundenen Kosten nur gering einschätzbar bzw. nicht vorhersehbar sind. Ist das Budget zu knapp kalkuliert, hat das unmittelbar Auswirkungen auf jedes einzelne Kind.

Ausführliche Daten zu den Ergebnissen der Studie befinden sich in der Anlage (pdf-Datei – 720 KB)

Unsere Forderung nach einer Fallzahlbegrenzung auf 28 Fälle lässt sich mit den Befunden sehr gut stützen. Unser Flugblatt dazu füge ich ebenfalls bei.

Herzliche Grüße

Alexander

Zu der Studie ein Statement von Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ):

„Die Aufgabe des Personals im Allgemeinen Sozialen Dienst der Jugendämter gehört zu den wichtigsten, aber auch schwierigsten in deutschen Kommunen. Die Verantwortlichen in den Rathäusern sind sich darüber bewusst, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendhilfe außergewöhnliche Leistungen erbringen.

Die in der Studie aufgeführten problematischen Punkte sind nicht von der Hand zu weisen, wobei nicht alle Städte in gleichem Maße betroffen sind: Die Personalsituation im Bereich der Jugendhilfe ist in vielen Städten angespannt. Dies liegt vor allem daran, dass es schwieriger wird, freie Stellen tatsächlich zu besetzen. In einigen Regionen gibt es einen eklatanten Fachkräftemangel. Bund und Länder sollten deshalb alles daran setzen, die Ausbildungskapazitäten für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter an den Fachhochschulen zu erhöhen.

Bund und Länder sollten die Kommunen auch bei der Finanzierung der wichtigen Leistung der Jugendämter stärker unterstützen. Die Ausgaben der Kommunen für die Hilfen zur Erziehung steigen seit Jahren dynamisch an von 5,6 Milliarden Euro im Jahr 2006 auf 12,2 Milliarden Euro im Jahr 2016. Das heißt, in den vergangenen 10 Jahren haben sie sich etwa verdoppelt.

Die Aufgaben der Jugendämter sind ebenfalls gewachsen. Weniger Dokumentationspflichten wären gut, damit das Fachpersonal mehr Zeit für die hilfsbedürftigen Familien hat. Allerdings brauchen wir in diesem sensiblen Bereich auch bestimmte Dokumentationen, besonders wenn es um den Verdacht auf Kindesmisshandlungen geht.“

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