Corona: ver.di an Stadtdirektor Renzel

An Herrn Stadtdirektor Renzel (per email)

Herrn Dezernenten Al Ghusain zur Kenntnis

Personalrat zur Kenntnis 

Sehr geehrter Herr Renzel,

herzlichen Dank für unser heute geführtes Telefonat zur Corona Belastung der Beschäftigten in Schulen und in der Sozialen Arbeit insgesamt.

Wie Sie den beigefügten Fakten der >>> Studie „Soziale Arbeit macht Gesellschaft“ der Hochschule Fulda und ver.di entnehmen können, sind Beschäftigte in der Sozialen Arbeit durch die Pandemie deutlich mehr belastet. Befragt wurden hierzu mehr als 3.000 Beschäftige in sozialen Berufen wie beispielsweise Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Beschäftigte in der Altenpflege, in der Jugendarbeit, in Betreuungseinrichtungen und zahlreichen anderen Arbeitsfeldern.

Ein Ergebnis der online-Befragung, die Ende 2020 durchgeführt wurde, ist, dass sich 62,1 Prozent der befragten Beschäftigten belastet oder sogar extrem belastet fühlen. Insofern verschlechtern sich aus Sicht jedes Zweiten von ihnen die Arbeitsbedingungen und im Ergebnis denken 29,9 Prozent über einen Stellenwechsel sowie 16,2 Prozent über einen Berufswechsel nach.

Als Gründe für die verschlechterten Arbeitsbedingungen wird unter anderem genannt, dass Schutzmaßnahmen nicht ausreichend vorhanden sind, dass die Probleme der zu betreuenden Menschen zunehmen und ihre Armutsrisiken steigen, dass die Arbeitsverdichtung zunimmt, unter anderem weil Beschäftigte selbst oder Angehörige zu Risikogruppen gehören oder erkrankt sind. Die WAZ berichtete über eine Studie der Barmer über Infektionsquoten, demnach sind Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen besonders gefährdet.

Aktuell erreichten uns „Hilferufe“ aus dem Grundschulbereich. Eine Kollegin schrieb: „An den Grundschulen in Essen wird zu allen Ferienzeiten im Rahmen des Offenen Ganztages ein Ferienprogramm angeboten. Aufgrund finanzieller und somit personeller und räumlicher Ressourcen werden an den Ferienstandorten Kinder verschiedener Stammschulen gemeinsam betreut, statt einem Ferienangebot an jeder Grundschule. An meiner Schule treffen in den Osterferien Kinder aus 7 verschiedenen Schulen aufeinander. In manchen Schulen in Essen sind es sogar Kinder aus 14 verschiedenen Schulen. Die bislang während der Notbetreuung gebildeten Kohorten sind dann völlig aufgelöst. Für die erste Ferienwoche sowie die zweite Ferienwoche müssten neue Kohorten gebildet werden. Kinder unterschiedlicher Schulen und unterschiedlicher Jahrgänge, die vorher nicht in einer Gruppe zusammen waren, treffen in einem Raum aufeinander. Ein Teil der Kinder der ersten Woche bleibt auch in der zweiten Ferienwoche da und trifft dann auf die neu dazukommenden Kinder.“

Die Kolleg*innen haben Sorge um ihre Gesundheit unter diesen Bedingungen und baten mich, Sie als zuständigen Gesundheitsdezernenten zu fragen:

Stehen genügend (mindestens zweimal wöchentlich) –    Stehen genügend (mindestens zweimal wöchentlich)  Schnelltests in Essen zur Verfügung?-

Werden die Kolleg*innen, die nah mit anderen Menschen  zusammenarbeiten, in den nächsten Tagen weiterhin  vorrangig geimpft (ggf. anderer Impfstoff als AstraZeneca?) ?-

Würde als „Notbremse“ ggf. diese Ferienbetreuung in  Essen ausgesetzt?

Mit freundlichen Grüßen

Martina Peil
Fachbereich Gemeinden
ver.di Bezirk Ruhr-West
Teichstr. 4a
45127 Essen
Tel.: 0201 24752 12
www.essen-verdi-gemeinden.de

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